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Ewigkeitssonntag


Mit dem Ewigkeitssonntag endet das Kirchenjahr. An ihm steht das Gedenken an die Verstorbenen seit der Reformationszeit im Mittelpunkt. Er bildete eine evangelische Alternative zum katholischen Allerseelentag am 2. November. Der Ewigkeitssonntag wird erstmals in der Mitte des 16. Jahrhunderts in einer Kirchenordnung erwähnt. Der preußische König Friedrich-Wilhelm III. führte ihn als "Feiertag zum Gedächtnis der Entschlafenen" ein.

Der deshalb auch "Totensonntag" genannte Sonntag weist aber doch über den Tod hinaus und ermuntert zu einem bewussten Umgang mit der Lebenszeit. Wem er gelingt, Abschied und Tod im Alltag zu bewältigen, bekommt sein Leben besser in den Griff. Diese Lebensweisheit findet sich bereits in mittelalterlichen Lebenshilfen und hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt.

Das Gedenken an die Toten und an das Sterben bleibt nicht beim Tod stehen. Es öffnet sich vielmehr eine lebendige Zukunft, die unser menschliches Denken und Begreifen übersteigt: hin auf Gottes Ewigkeit, die uns im Glauben verheißen ist.

Die stillen, nachdenklichen Tage im November erinnern uns daran, das unser Ende schon in unserem Anfang begründet ist. Das begrenzt uns nicht sondern öffnet uns eine neue Zukunft, auf die wir das Leben bauen können.

Ihr Pfarrer

Christoph Schürmann
wurde erstellt am 01.10.2010 von Christoph Schürmann